In der christlich-kirchlichen Verkündigung gehört die Rede von einer persönlichen Berufung zum oft selbstverständlichen Vokabular. Wie soll man sich aber einen individuellen Anspruch Gottes denken? Und vor allem: Bedeutet Berufung nicht womöglich Fremdbestimmung, einen Eingriff in die eigene Freiheitssphäre?
Hier setzt der Autor an und versucht, dem Geheimnis einer persönlichen Berufung mit ihrem ganz eigenen „Sollen“ auf den Grund zu gehen. Er zeigt, dass es bisher nicht ausreichend gelungen ist, das Thema „Freiheit“ in die Theologie der Berufung einzubringen bzw. Berufung auf Freiheit hin zu entschlüsseln. Demgegenüber vertritt er die These, dass der zweifellos zur Berufung gehörende Pol der Notwendigkeit (der Vorgabe und Bestimmung von Seiten Gottes) in Spannung gehalten werden muss zur ungeschmälerten Freiheit des Subjekts. Auf der anderen Seite besteht auch eine innere Verwiesenheit der Freiheit auf einen Anruf „von außen“. Sie sucht etwas, das ihr orientierend entgegen kommt. Im Letzten kann ein solcher Anruf und Anspruch nur der einer anderen, vollkommenen Freiheit sein, der Freiheit des dreifaltigen Gottes.
Autor:
Michael Höffner, Dr. theol, geb. 1971 in Dinslaken; Priesterweihe 1997; danach Kaplan in einer Pfarrgemeinde; seit 2001 in der Priesterausbildung des Bistums Münster tätig, derzeit als Spiritual.
| Autor | Höffner, Michael |
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