Die Verhältnisbestimmung von menschlicher Freiheit und Sünde ist eine zentrale Frage der theologischen Anthropologie und berührt zugleich die Gnadenlehre. Dabei steht die Freiheit des Menschen und ihre Verdunkelung durch die Sünde im Zentrum der Lehre von der Rechtfertigung des Menschen durch den Glauben an Christus. Vor diesem Hintergrund wird ein Vergleich der jeweiligen theologischen Anthropologie und des jeweiligen Freiheitsverständnisses von Wolfhart Pannenberg und Thomas Pröpper mit dem Ziel unternommen, das Verständnis vom peccatum originale mit einer transzendentalen Freiheitsanalyse zu vermitteln. Da beide Autoren sich auf Überlegungen von Sören Kierkegaard zum Verhältnis von Freiheit und Angst beziehen, werden diese im Rahmen des Vermittlungsversuches analysiert und berücksichtigt. Es zeigt sich, dass die menschliche Freiheit zwischen Autonomie und Ohnmacht steht und somit eine zeitgemäße Formulierung der „Erbsündenlehre“ durchaus möglich ist.
Autorin:
Eva Kaufner-Marx, Dr. theol., geboren 1972, studierte Katholische Theologie in Regensburg, Paris und Freiburg.
| Autor | Kaufner-Marx, Eva |
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